Wenn man hin und wieder in ausländischen Zeitungen stöbert, können zum Teil böse Überraschungen auftauchen. Im vorliegenden Fall die neuen Ideen der EU-Kommission im Züricher Tagesanzeiger.
Kein Blitzkasten in Sicht? Schon tritt der Autofahrer aufs Gas, um schneller ans Ziel zu gelangen. Das soll bald nicht mehr möglich sein in der EU: Wie die britische Zeitung «Guardian» berichtet, will die EU-Kommission in jedes Auto eine Black Box einbauen lassen – ein Gerät, das regelmässig den «Herzschlag» des Autos aussendet und so Auskunft über die Geschwindigkeit, die Richtung und den Standort des Fahrzeugs gibt. Das heisst: Kein Rasen, kein Autodiebstahl, keine Fahrerflucht – die Big Brother-Boxen würden den Täter im Nu entlarven.
Das Auto soll also regelmäßig Daten senden! Bekommen demnächst auch Fußgänger einen Chip eingepflanzt? Diese Ideen scheinen auch schon etwas weiter gediehen sein, denn:
Die EU-Kommission hat laut der Zeitung bereits einzelne Landesregierungen dazu angehalten, sich die Radiofrequenz für das Signal der Überwachungs-Box freizuhalten. Zuerst soll die Technologie auf freiwilliger Basis eingeführt werden – gemäss «Guardian» wäre es aber auch möglich, dass Regierungen das System aus Sicherheitsgründen für obligatorisch erklären.
“Dazu angehalten” soll heißen “hat befohlen”? Welche der deutschen Qualitätsmedien haben eigentlich darüber berichtet?
Ich habe das ja erst für einen verfrühten Aprilscherz gehalte, und den Post nochmal aus dem Blog genommen, da ich beim Guardian die Quellen nicht gefunden habe. Dafür habe ich jetzt das (wahrscheinliche) EU-Dokument gefunden.
Das ganze soll dann auch ganz demokratisch per Richtlinie über die Bühne gehen.
Update Hier eine ordentliche deutsche Fassung sowie der offizielle Vorschlag, man beachte mal die Unterschiede. Aber ob Politiker, egal in welcher Fassung, verstehen was da drin steht?
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2 Kommentare
dauni
01|Apr|2009 1na wunderbar. die Möglichkeit der Rundumüberwachung nimmt immer klarere Züge an. Natürlich unter dem Deckmantel der Verbrechensbekämpfung. Kennen wir ja. Und der brave Bürger wird mit dem Kopf nicken und glauben, es diene dem guten Zweck.
admin
01|Apr|2009 2Diesmal nennt sich das intelligente Verkehrssysteme, ist aber auch nicht besser
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